KREFELDER SEGLER-VEREINIGUNG 33 e.V.

Mitglied Des Deutschen Segler-Verbandes
Stützpunkt Der KA
Mitglied Nr. 008 Im Seglerverband NW

Von Berlin zur Müritz und zurück bis Potsdam

Die Übernahme des Motorseglers „Compagnon“ mit Heimathafen Krefeld, KSVg33 erfolgte in Berlin-Spandau, YC „Lanke“am Wannsee. Unser Freund Paul Tünnißen hatte uns das Boot für 4 Wochen überlassen.
Zunächst blieben meine Chefin Uschi und ich im YC Lanke für 3 Tage, um die Großstadt Berlin per U-Bahn Rundfahrtbus, Fahrrädern und zu Fuß zu erkunden.
Am 4. Tag Leinen los mit Ziel Waren an der Nordspitze des Sees, Müritz.

Unweit von Berlin liegt eines der schönsten Binnenreviere in Mitteleuropa: die Mecklenburger Seenplatte. Allein die Reise von Berlin zum größten See Deutschlands, die Müritz ist einen Urlaub wert. Denn sie führt durch eine Kette einzigartiger schöner Kanäle, Flüsse und Seen.
Herzstück dieses Wasserstraßensystems sind die so genannten Mecklenburger Kleinseen, die sich von Fürstenberg bis zum südlichen Teil der Müritz ausdehnen. In diesem Labyrinth von Seen, die durch Flussläufe und kleine Kanäle vernetzt sind, finden Wasserwanderer ein paradiesisches Revier inmitten teilweise noch unberührter Natur.
Der direkte Weg von Berlin-Spandau bis zur Südspitze der Müritz ist 147,8 km lang und kann im Durchgangsverkehr in etwas drei bis vier Tagen bewältigt werden. Das gesamte Wasserstraßensystem inklusive aller schiffbaren Nebengewässer umfasst mehr als 300 km. Wer es während eines erholsamen Urlaubs-Törns kennen lernen und genießen möchte, sollte dafür mindestens zwei Wochen einplanen.
Die in Berlin-Spandau beginnende Havel-Oder-Wasserstraße (auch genannt Oder-Havel-Kanal bzw. Großschifffahrtsweg Berlin- Stettin) ist die kürzeste Verbindung von Berlin zur Oder und damit zur Ostsee. Wir befahren diese künstliche Wasserstraße nur bis zum km 40,5 und biegen dort nach Norden in die Obere Havel-Wasserstraße ein, die nach Mecklenburg führt.
Die Wasserstraße von Berlin zur Müritz führt durch die Mecklenburger Kleinseenplatte. Als solche bezeichnet man die stark von Kanälen, Flüssen und Seen geprägte Landschaft, die sich in Ost-West-Richtung von Lychen bis zur Müritz und in Nord-Süd-Richtung von Neustrelitz bis Rheinsberg ausdehnt. Die Mecklenburger Kleinseenplatte stellt ein in Europa einzigartiges Naturparadies dar. Das Land hat eine geringe Bevölkerungsdichte, es gibt keine nennenswerte Industrie, und die Unberührtheit weiter Landstriche ist nahezu atemberaubend.
Aufgrund der wirtschaftlichen Unterentwicklung hat sich in Mecklenburg eine Tierwelt erhalten, wie man sie in ihrer Artenvielfalt in Mitteleuropa nur noch selten findet. Das gilt vor allem für die Wasservögel, die in den buchten- und inselreichen Seen, in dicht bewachsenen Uferzonen, Sümpfen und Feuchtwiesen ideale Nist- und Nahrungsplätze finden.
Der obere Teil der Oberen Havel-Wasserstraße zwischen Priepert und Neustrelitz wird heute nur noch selten von der Berufsschifffahrt genutzt. Da die meisten Sportbootfahrer auf dem Weg von Berlin zur Müritz bei Priepert die OHW in Richtung Westen verlassen, trifft man auf der oberen Havel auch nur wenige Sportboote. Man ist hier in einer noch sehr ursprünglichen mecklenburgischen Wald- und Seenlandschaft relativ allein.
Mit einer Fläche von rund 117 km² ist die Müritz der größte See Deutschlands. Sie liegt 61,91 Meter über dem Meeresspiegel und bildet den Scheitelpunkt eines weitläufigen Wasserstraßensystems, das in Richtung Westen zur Elbe und nach Süden zur Havel abfließt. Die Müritz bildet nicht nur das Herzstück dieses seit Generationen bestehenden Kanalsystems, sondern ist heute zugleich das Zentrum des Wassersports in Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Wiedervereinigung entstanden in allen Orten rund um die Müritz neue und komfortabel ausgestattete Bootshäfen.
Von Berlin zur Müritz auf direktem, dem kürzesten Weg, benötigten wir 5 geruhsame Tage. Für den Rückweg und befahren fast aller abzweigenden Gewässer, Seitenarme und Seenplatte bis nach Potsdam nahmen wir uns 3 Wochen zeit. Der Besuch der Städte mit ihren Schlössern und Sehenswürdigkeiten waren ein Erlebnis.
In Zehdenick war wieder Crewwechsel, ein schöner Törn geht leider zu Ende.
Gefahrene km 512, Fahrstunden 73
Schleusen 43
Crew: Herbert und Uschi Geselbracht